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ESV Waldshut will einen Hauch italienisch spielen

B-Juniorinnen treffen am Donnerstag, 14 Uhr, in Lörrach, im südbadischen Poklafinale auf den Bundesliga-Dritten SC Freiburg. SÜDKURIER-Interview mit Trainer Sven Rapp vor dem "Spiel des Jahres"

Das „Spiel des Jahres“ haben die B-Juniorinnen des ESV Waldshut am Donnerstag, 14 Uhr, vor sich. Im Grüttparkstadion Lörrach trifft der Oberliga-Neuling im Finale um den SBFV-Pokal auf den SC Freiburg, Tabellendritter der Bundesliga, mit nur zwei Niederlagen in dieser Saison. Michael Neubert sprach mit Trainer Sven Rapp (42) vor dem Spiel.

Sven, die erste Oberliga-Saison ist vorbei. Ein kurzes Fazit?

Wichtig war: Wir haben den Ligaverbleib geschafft. Gegen Ende haben Spielerinnen und ein bisschen die Kraft gefehlt. Die Mädchen haben sich auf jeden Fall weiterentwickelt. Wir sind zufrieden.

Was waren die Höhepunkte?

Einer kommt morgen im Pokalendspiel gegen den SC Freiburg noch. Toll war, dass wir es im vierten Anlauf geschafft haben, den Hegauer FV zu besiegen und somit ins Finale zu kommen. Und: In Karlsruhe, neben dem Wildparkstadion zu spielen, war schon super.

Habt Ihr damit gerechnet, ins Pokalendspiel zu kommen?

Ja. Ich habe dem Team gesagt: Wir gehen ins Finale. Jetzt gegen den Bundesligadritten zu spielen – das ist aber noch mal eine ganz andere Hausnummer.

Wie groß ist die Freude? Oder habt Ihr Angst vor dem starken Gegner?

Eine Mischung aus beidem. Ich nenne es mal "Frangst". Ich denke, die Mädels haben keine Angst, aber mächtig Respekt. Wenn ich sehe, wie wir jede Woche in der Oberliga kämpfen mussten, kann man schon sehen, wie hart der SC Freiburg in der Bundesliga arbeiten musste, um einen Spitzenplatz zu holen. Davor haben wir Hochachtung. Das ist schon ein richtiger Klassenunterschied.

Ist Ihre Elf besonders motiviert?

Natürlich. Wir können nur gewinnen. Wir haben nichts zu verlieren. Das Problem ist nur: Juna Niehr, unser Zehner, fällt mit einer üblen Verletzung aus. Unsere Nummer eins im Tor Lilly Ebner ist nicht dabei. Für die beiden ist das besonders schlimm, dass sie nicht spielen können, weil sie mit einigen Freiburgerinnen zusammen in der südbadischen Auswahl spielen. Uns tut's natürlich weh, dass zwei Stützen fehlen.

Wie bereiten sie das Team vor? Wie gehen Sie das Spiel an?

Wir trainieren normal und wollen den Rhythmus halten. Nach dem Spiel starten wir gleich mit der Vorbereitung in die neue Runde. Ich möchte nicht so viel Druck aufbauen, die Mädels sollen ruhig ins Spiel gehen. Wir versuchen, so lange wie möglich das 0:0 zu halten. Wir verschenken nichts. Unsere Taktik wird leicht italienisch angehaucht sein. Heißt: Ein bisschen Catenaccio. Wenn wir aufmachen, verlieren wir zweistellig. Das wollen wir nicht.

Habt Ihr keine Angst vor einer hohen Niederlage?

Gegen die Nummer drei der Bundesliga zu verlieren, ist kein Beinbruch. Ich möchte auf jeden Fall sehen, dass wir weiter kämpfen, egal wie's steht.

Quelle: Südkurier vom 23.05.2017
Autor, Bilder und Fragen: Michael Neubert